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Anne Koark: „Erfolg macht uns träge und Scheitern macht uns wach.“

Scheitern als Überlebensstrategie. Anne Koark, Keynote Speakerin und Autorin, zeigt, warum Fehlerkultur keine HR-Maßnahme ist und was Unternehmen von KI über das Lernen lernen können.

Ex-VIP: very intensively pleite

Anne Koark, Head of Marketing, Sales & PR bei i40 the future skills company, Keynote Speakerin und Autorin, eröffnet ihren Vortrag beim Customer Focus Summit #6 mit einer persönlichen Geschichte: dem Verlust ihres Unternehmens nach dem 11. September, dem Neuanfang danach und dem Artikel, den sie in einer Nacht-und-Nebel-Aktion an 728 Journalisten schickte. Daraufhin kamen 1.200 Dankesbriefe von Menschen, die alle gescheitert waren. Das war der Moment, an dem sie verstand: Dieses Thema bewegt. 

Ihr Einstieg ist typisch Koark: britischer Humor trifft deutschen Ernst. „Ex-VIP“, sagt sie über sich, „very intensively pleite.“ Und: Ausgezeichnet mit dem Lady Business Award für eben dieses Scheitern. Die Deutschen, sagt sie, haben dabei mehr Kompetenz als sie glauben, denn aus dem Nichts ein Wirtschaftswunder zu erschaffen ist eigentlich urdeutsch.

Erfolg macht träge, Scheitern macht wach

Der Kern ihres Vortrags ist ein einfaches, aber treffendes Bild: Wer Erfolg hat, hört auf zu fragen. Wer gescheitert ist, stellt fortan immer wieder die entscheidenden Fragen: Ist das Ziel noch das richtige? Was hätten wir übersehen? Was lernen wir als Team daraus? Scheitern macht klar, unterscheidet Zufall von Können, Annahme von Realität. Und wer einmal erlebt hat, dass man wieder aufsteht, verliert die Angst vor dem Fallen.

Schuldfragen hingegen führen nicht weiter. Sie machen unbeweglich und kosten Zeit, die man für den nächsten Schritt braucht.

Fehlerkultur beginnt mit einer Person

Ob ein Unternehmen Fehler sanktioniert oder aus ihnen lernt, ist für Koark keine strukturelle, sondern eine persönliche Frage. Es fängt immer mit einer Person an. Sie erinnert sich an einen früheren Chef, der ihr eine Gehaltserhöhung gab, nachdem sie einen schwerwiegenden Fehler sofort offen kommuniziert hatte: „Wir brauchen Mitarbeiter, die nach vorne gehen.“ Wer das als Führungskraft vorlebt, steckt die gesamte Unternehmenskultur an.

Resilienz ist dabei kein individuelles Merkmal, sondern ein kollektiver Muskel. Wenn jemand im Team stolpert, steht das Team für ihn ein. Fehler werden geteilt, nicht versteckt, damit andere denselben Fehler nicht im Stillen wiederholen. Das ist Gemeinschaftssport.

Was KI uns über Lernen lehrt

Am Beispiel von KI macht Koark sichtbar, wie Lernen ohne Scham aussieht. KI hat halluziniert, lag falsch, hat sich korrigiert und weitergelernt, ohne zu zögern und ohne sich von Rückschlägen bremsen zu lassen. Genau das brauchen Unternehmen auch. Nicht Perfektion von Anfang an, sondern die Bereitschaft, schnell zu lernen und voranzugehen.

In der Zusammenarbeit mit coeo hat i40 genau das praktisch erprobt: Das Weiterbildungsprogramm „AI meets coeo“ befähigt Mitarbeitende praxisnah für den KI-Einsatz und zeigt, dass Lerntransformation mit den richtigen Tools schnell und in hoher Qualität möglich ist. Denn Lernen, das früher zentral organisiert war, kann mit KI dezentral und individuell gestaltet werden.

Ein Neuanfang bedingt ein Ende

Koarks Schlussgedanke ist gleichzeitig ihr stärkster Satz: Jeder redet vom Neuanfang. Aber ein Neuanfang bedingt, dass etwas zu Ende geht. Manchmal ist es eine echte Stärke, zu erkennen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, etwas zu verändern. Das wird in Deutschland oft als Scheitern empfunden. Für Koark ist es das Gegenteil: Es ist Mut.

Mehr von Anne Koark im Customer Focus Network: Im Videocast und im Business Rap vertieft sie ihre Perspektive auf Resilienz, Neugier und Lernkultur.

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